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Warten

Es ist schon wieder Freitag! Am Anfang der Woche habe ich noch gedacht, ich werde das Ende niemals erleben, die Woche wird niemals zu Ende gehen. Und jetzt ist es fast so weit. Nur noch wenige arbeitssame Stunden und schon ist Wochenende! Einfach unglaublich wie man am Anfang jeder Woche denkt, dass diese ewig dauern wird und am Ende glaubt man, dass Montag doch erst gestern gewesen wäre.
Ich nehme an, das ist die Relativität von Zeit. Auch Einstein hat einmal einen schönen Vergleich gebracht: "Wenn du mit einem Mädchen, das du liebst, zwei Stunden zusammensitzt, denkst du, es ist nur eine Minute. Wenn du aber nur eine Minute auf einem heißen Ofen sitzt, kommt dir das wie zwei Stunden vor. Das ist Relativität!"
Er hatte zwar Recht damit, aber es ist nicht nur das Mädchen, das die Zeit verkürzt oder der Ofen, der die Zeit verlängert. Es ist die Frage, ob man auf etwas wartet oder nicht. Denn, wenn du auf einem heißen Ofen sitzt, dann machst du nichts anderes, als daran zu denken, wann du endlich wieder da runter kannst. Du wartest nur darauf, dass diese Minute vorbei ist. Sitzt du jedoch neben einem Mädchen, dann genießt du den Augenblick. Du freust dich über jede Sekunde und wartest nicht etwa darauf, dass die Zeit schneller vergeht.
Diese Warterei begleitet uns durch unser ganzes Leben. Wir warten darauf, endlich allein aufs Klo zu gehen. Wir warten im Kindergarten, dass unsere Mutti uns endlich abholt. Wir warten, endlich in die Schule zu kommen. Wir warten, bis die Schule wieder vorbei ist. Wir warten auf unseren ersten Kuss, unseren ersten Freund und unser erstes Mal. Wir warten darauf, volljährig zu werden. Unser ganzes Leben gibt es irgendetwas worauf wir warten.
Es gibt weniger akute Dinge, wie das Warten auf die Volljährigkeit, die man zwar herbei sehnt, sich aber nicht jeden Tag den Kopf darüber zerbricht.  Und es gibt eine Warterei, die einfach nur ätzend ist, wie das Warten auf den nächsten Bus. Und es gibt diese gewisse Warterei, die einen total kirre werden lässt. Das kann das Warten eine eine Zusage, für den gewünschten Studiengang sein. Das Warten auf den nächsten Tag, an dem man endlich seine Geburtstagsgeschenke auspacken kann. Das Warten auf das nächste Prüfungsergebnis. Wir warten und warten und können an nichts anderes mehr denken. Während wir warten vergeht zudem auch die Zeit einfach nicht. Wir haben das Gefühl, dass wir eine Ewigkeit nur damit verbringen zu warten und nichts zu tun. Manchmal sind es wichtige Entscheidungen, die getroffen werden müssen. Manchmal eine Nachricht, die unsere Zukunft bestimmen könnte. Wahrscheinlich verbringen wir die meiste Zeit unseres Lebens damit auf irgendwas zu warten.
Dabei ist warten an sich eigentlich ein Hindernis zum glücklich werden. Denn wenn wir im Augenblick gerade wirklich glücklich sind, dann warten wir nicht. Außer natürlich wir sind unheilbare Pessimisten, die darauf warten, dass die Welt untergeht. Warten macht unglücklich (nimmt man die Vorfreude einmal aus). Wie viele Menschen sitzen wohl den ganzen Tag auf Arbeit und tun nichts anderes, als auf den Feierabend zu warten? Das ist wohl nicht gerade ein Zeichen dafür, dass ihnen dieser Job Spaß macht und sie gern auf Arbeit sind. Dennoch ist diese Warterei etwas, das unser Leben bestimmt. Eigentlich ist das ziemlich traurig.
Am schlimmsten wird es aber, wenn sich die Warterei potenziert. Denn wir können selbstverständlich auch auf mehrere Sachen warten. So wie ich gerade nicht nur auf den Feierabend, sondern gleichzeitig auf eine Mail und einen Anruf warte.
14.6.13 13:22
 


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