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Abgesehen von den Massen an handysüchtigen Fotografen war das Konzert aber dennoch ziemlich gut. Der Vorteil das Konzert einer englischsprachigen Band in einem englischsprachigen Land zu hören, liegt darin, dass alle diese Band verstehen. Die Textsicherheit liegt somit um etliche Prozente höher als bei einem vergleichbaren Auftritt in Deutschland. Dementsprechend gut war auch die Stimmung. Gleich von Anfang an feierten die Leute mit und bejubelten die Band. Man konnte praktisch spüren, dass sie Band selbst ziemlichen Spaß an der Sache hatte. Dies wirkt sich natürlich wieder auf die Zuschauer aus und so schaukelte sich die Stimmung immer weiter auf. Nach zwei Stunden pausenlosem Geklimper war das Konzert dann aber leider doch vorbei. Mittlerweile wollten auch meine geschundenen Füße nur noch entlastet werden und so machte ich mich auf dem Weg zurück zum Hotel. An der Bushaltestelle traf ich zwei bezaubernde ortsansässige Bubis in meinem Alter, die mir prompt erzählen mussten, dass sie keinen Bleistift hätten, als sie bemerkten, dass ich aus Deutschland kam. Nach einer ewigen Diskussion, ob und wann sie dann ab und zu doch einen Bleistift hätten, konnte ich mich endlich aus dem Gespräch befreien und aus dem Bus aussteigen. Auf dem Fußweg zum Hotel hielt mein Glück des Tages an und prompt fand ich mich umgeben von Regenbogenflaggen und recht männlich aussehenden Blondinen, die mich um einige Köpfe überragten. Mit gesenktem Kopf und in der Hoffnung keinen Kübel voller Fäkalien über den Kopf geschüttet zu kriegen, schlich ich also so unauffällig wie möglich durch dieses gut besuchte Szeneviertel.

Nachdem ich kaputt vom Tag aber glücklich über meine neuen Schuhe und das gute Konzert tot müde ins Bett gefallen war, wurde ich am nächsten Morgen liebevoll von meinem Handy geweckt. Mit Ausschlafen war leider nichts, da ich um 9 Uhr das Hotel verlassen musste, um meinen Rückflug zu erhaschen. Dafür entlohnte mich jedoch das recht ordentliche Frühstück. Das Rührei schmeckte zwar wie meistens in Hotels nach Moppelkotze aus dem Tetrapack, aber mit ordentlich Bacon und einem leckeren Joghurt mit frischem Obst als Nachtisch, war das ganz erträglich.

Dann ging es mal wieder per pedes zum nächst gelegenen Bahnhof. Ich sag euch, die Engländer haben voll den Knall. Da stehen auf einem Gleis mehrere Züge und zwar hintereinander. Wenn man also auf den Bahnsteig kommt und sich frohen Mutes, ob der Anzeigetafel, die eine passende Zeit und ein passendes Ziel zeigt, in den nächstbesten Sitz schmeißt, dann verpasst man prompt zwei Züge! Wer denkt sich denn solch ein System aus? Die Ausschilderung hilft einem leider auch nicht viel weiter und die Züge stehen so dicht zusammen, dass man schon genau vor den Lücken stehen muss, um zu erkennen, ob dort nur ein Abteil oder der ganze Zug endet. Letztendlich kam ich dann aber trotz allem pünktlich am Flughafen an und wurde auch zielgerichtet nach Amsterdam befördert. Falls ich das bis jetzt noch nicht erwähnt habe, so sei euch gesagt, dass Amsterdam die allseits gefürchteten Nacktscanner oder irgendeinen Abklatsch davon nutzt. Ich kam mir wirklich ziemlich entblößt vor, als ich auf dem Bildschirm einen grauen Schemen erblickte, der mich mehr an Slenderman als an mich selbst erinnerte. Wenn andere Leute mich so nackt wahrnehmen, dann halleluja! So hatte ich mich vor dem Spiegel jedenfalls noch nicht gesehen. Die Kontrolle in Amsterdam (wohl bemerkt die vierte an diesem Wochenende) fiel überraschend gründlich aus. Wie immer war das Personal entsetzt von meinem E-Book-Reader, jedoch wurde dieses Mal zusätzlich noch etwas an meinem Körper vermutet. Der Nacktscanner schien verdächtige Stellen gefunden zu haben und so wurden meine Beinchen separat abgetastet und mit einem Metalldetektor abgefahren. Dabei piepte es auffällig an meiner Wade! Das muss an meinen stahlharten Muskeln gelegen haben, denn sonst wurde leider nichts weiter gefunden. Außer natürlich das Taschenmesser in meinem Rucksack... Herzlichen Glückwunsch liebes Sicherheitspersonal! Ich fühle mich tatsächlich sehr geschützt, wenn ich auf drei von vier Flügen ein Taschenmesser bei mir führen durfte! Selbstverständlich habe ich meines nur im Rucksack vergessen, aber das wird wahrscheinlich nicht für alle Terroristen zutreffen und so kann ich mir die Besorgnis einiger Fluggäste sehr gut erklären. Hauptsache niemand hat 125ml Handcreme mit!

Als ich dann ins Flugzeug stieg, konnte ich mein Glück kaum fassen. Ich passte tatsächlich in meinen Sitz! Und das obwohl der Fettwanst neben mir ca. 50% desselben schon beschlagnahmt hatte. Ich meine, ich hab nichts gegen dickere Menschen. Wirklich nicht. Aber ich bin nun mal der Meinung, dass niemand in den persönlichen Schutzbereich eines anderen eindringen sollte. Leider fällt dies den meisten beleibten Menschen relativ schwer. In einem Flugzeug hat man verständlicherweise wenig Möglichkeiten solche Konstellationen zu umgehen, aber was wäre gewesen, hätte ich das gleiche Gewicht auf die Waage gebracht, wie mein Nachbar? Wir hätten niemals nebeneinander sitzen können, abgesehen davon, dass es so schon unappetitlich genug war. Natürlich kann nicht jeder beleibte Mensch sich einen Platz in der Businessclass leisten, wo er den Raum hätte, den er braucht. Aber ich finde, es müsste da Regelungen geben. Und wenn es der Platz in der Businessclass ist. Es gibt natürlich Menschen, die gesundheitsbedingt, einen etwas größeren Körperumfang haben, aber in solch einem Fall, muss eben die Krankenkasse für den erhöhten Preis aufkommen. Es kann meiner Meinung nach jedenfalls nicht sein, dass ich oder andere Betroffene, denen schon einmal das gleiche widerfahren ist, halb schräg auf ihrem Sitz hängen, damit sie nicht an der Person neben ihnen kleben.

Noch unangebrachter finde ich allerdings die Menschen, die sich kackendreist in der S-Bahn zwischen zwei andere zwängen, obwohl sie allein alle drei Sitze ausfüllen könnten. So etwas gehört sich einfach nicht. Wenn dir die Füße wehtun vom langen Stehen, dann ist das so. Aber wenn ich mit hochhackigen Schuhen unterwegs bin, lass ich auch nicht andere Menschen unter meinen Schmerzen leiden. Da muss man dann eben durch. Abgesehen davon, dass es mir selbst unangenehm wäre, mich so auf solch einen Platz zu zwängen, dass meine Arschbacken schon auf dem Schoß meines Nachbarn hängen…

25.4.13 13:34
 


bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Juli (3.5.13 22:02)
:D sehr nice
erzähl einfach öfters so von deinem Wochenende :D
ich find deinen block klasse
GLG

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