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Abflug

Hallo Freunde,

nach einem schreibfreien Wochenende gibt es nun endlich wieder Neuigkeiten. Vielleicht gibt es ja einige von euch, die mir auf meiner Reise zumindest virtuell bei Twitter gefolgt sind. Dann kennt ihr schon ein paar Details dieses Wochenendes. Aber natürlich möchte ich euch die spannenden Einzelheiten nicht vorenthalten:

Los ging die ganze Geschichte an einem arschkalten, halbdunklen Morgen im April. Genauer gesagt vorgestern am Samstag. Es ist 5:55 Uhr und nachdem ich bereits zweimal wütend auf meinen Wecker eingeschlagen habe, beschließe ich, mich doch noch aus dem Bett zu quälen. Aufgestanden, fertig gemacht, losgegangen. Gefrühtückt wird in der S-Bahn. Bus pünktlich, S-Bahn pünktlich, Bus pünktlich - so weit, so gut. Aber es wäre ja keine spannende Reise gewesen, hätte alles wie am Schnürchen geklappt. Ich sitze also im Bus und gähne vor mich hin. Es sind noch 30min bis zum Boarding. Die Sonne scheint und die Frisur sitzt. Aber das ist jetzt nicht wesentlich und stimmt außerdem gar nicht. Jedenfalls bekomme ich am Rande meines verschlafenen Daseins mit, dass der Bus hält und Unruhe ausbricht. Vom Busfahrer kein Ton, wir stehen mitten auf einer Autobahnabfahrt. Gut, mitten ist übertrieben, wir stehen halb auf der Abfahrt und halb aufm Standstreifen. Von vorne ertönt ein unverkennbares Rauschen ähnlich der Zugansage. Der Busfahrer redet mit der Zentrale, während er auf der Autobahn parkt. Der Bus funktioniert noch, der Motor läuft. Die Klimaanlage nicht, aber das hätte uns alle wohl auch gewundert. Nach einigen Sekunden begreift auch mein verpenntes Ich die Lage. Es ist unglaublich aber wahr: Wir haben uns verfahren. Mit einigem Ohrenspitzen höre ich sogar aus 5m Entfernung, was die Zentrale dem Busfahrer rät. Fahren sie ab, wenden sie und ab wieder rauf. Vielleicht ist die Schallwellenausbreitung bei Busfunkgeräten irgendwie abnormal, so dass man besser versteht, was gesagt wird, je weiter man weg ist. Oder der Busfahrer hört einfach nicht hin. Oder er weiß nicht, was wenden heißt, dabei ist es doch das gleiche wie mit den Würstchen auf dem Grill! Unmotiviert fährt er wieder los und baut fast einen Unfall, da er außer seinem Gehirn scheinbar auch den Blick in den Spiegel vergessen hat. Wir fahren und fahren - weg vom Flughafen. Aus leichter Unruhe wird aufkommende Panik. Wir alle kennen das Gefühl zum Bus zu rennen und zwei Sekunden bevor man durchspringen kann, zu beobachten, wie die Türen sich schließen, während der Busfahrer fröhlich grinsend davon fährt. Nun Freunde, ein kleiner Tipp. Bei Flugzeugen ist das nicht viel anders, nur dass man so nah erst gar nicht herankommt. Ist man zu spät, ist das Flugzeug weg und anders als bei den meisten Bussen kommt das nächste nicht in 10min. In der Hoffnung ein Taxi zu ergattern und sich nicht noch weiter vom Flughafen zu entfernen, wollten einige Fahrgäste aussteigen. Aber der Busfahrer ignorierte ihre Bitten und fuhr ganz gemächlich weiter. Nunja, wie ihr euch sicherlich vorstellen könnt, hat er den Weg dann irgendwann tatsächlich noch gefunden, aber ich sag euch, leicht war es nicht. Aber ein gutes hatte die Sache, da wir so viel Zeit verloren hatten, konnte ich vom Bus quasi sofort ins Flugzeug umsteigen. Vorher noch schnell durch die Handgepäckkontrolle. Wisst ihr was ganz gefährliche Sachen sind, die man beim Fliegen lieber nicht dabei haben sollte? E-Book-Reader! Heilige Scheiße, nehmt euch in Acht. Da passen nämlich so viele Bücher rauf, dass du soo lange vorlesen kannst bis auch der letzte im Flugzeug eingeschlafen ist, inklusive Pilot. Hochgefährlich!

Nachdem ich schließlich auch diese Kontrolle lebend überstanden hatte, schaffte ich es irgendwann tatsächlich bis ins Flugzeug und saß - wie sollte es anders sein - am Fenster. Sehr schön! So konnte ich auch direkt eine überaus informative Botschaft sehen, die auf ein Air Berlin Flugzeug gepinselt war, an dem wir vorbei cruisten. Sie lautete "BER - Europe's most modern Airport" und ich dachte mir: Hey! Es ist nicht schon peinlich genug, dass sämtliche Menschen, die für diesen Flughafen verantwortlich sind, scheinbar Vollhorste sind, nein, lasst es uns doch bitte noch in groß plakatierten Buchstaben um die halbe Welt fliegen! Damit auch der letzte Inselaffe weiß, dass Zählen scheinbar nicht die Stärke der deutschen Logistiker und Ingenieure ist. Ich meine, wie kann es sein, dass ein Flughafen, der  zum größten Deutschlands werden soll und als internationales Drehkreuz gehandelt wird, lediglich über acht (8) Gepäckbänder und sechsundneunzig (96) Check-In Schalter verfügt? Ein kleiner Vergleich: Die Flughäfen München und Frankfurt, welche ähnliche aber geplant kleinere, Dimensionen an Fluggästen zu bewältigen haben, besitzen 28 bzw. 35 Gepäckausgabebänder sowie 270 bzw. 420 Check-In Schalter. Außerdem besitzen die beiden Flughäfen Tegel und Schönefeld, welche der neue Flughafenersetzen soll zurzeit 186 Abfertigungsschalter. Wie kann man denn einen Flughafen planen, der noch größer als all die genannten werden soll und schaut sich nicht einmal die simpelsten schon vorhandenen Vergleichsdaten an? Also eine kurze Frage: Welcher Hornochse hat diesen Flughafen geplant?

22.4.13 18:40
 


bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Juli (23.4.13 14:26)
oh man von falsch fahrenden busfahrern kann ich ein lied trällern :D
und von vollhosten und hornochsen auch :D
ich kenn einfach zu viele blöde menschen :P

würd mich interessieren wie´s weiter ging :D
LG Juli

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